Die Honigsaison ist beendet

Die Honigsaison ist ab September/ Oktober beendet und nur die Spättrachtimker:innen haben bis in den September hinein noch Honig aus der Heide ernten können. Nun beginnt die etwas ruhigere Zeit des Imker-Daseins. Letzte Arbeit im Jahr an den Bienen ist die Behandlung mit Oxalsäure gegen die Varroamilbe. 

Winterarbeiten

In den Wintermonaten wird die Zeit genutzt um Ausbesserungsarbeiten, Reparaturen oder Reinigungsarbeiten an den Beuten, den Zargen und an den Rähmchen vorzunehmen. Zudem wird das Bienenwachs aus den Rähmchen ausgekocht, geklärt und weiter verarbeitet, bis am Ende sauberes Wachs übrig bleibt. Hieraus lassen sich beispielsweise Kerzen, neue Mittelwände, Seife, Hautpflegeprodukte usw. herstellen. 

Zementhonig

Wenn der Honig bereits in den Waben fest wird und sich nicht mehr schleudern lässt, spricht man von "Zementhonig". 
Dieser bietet den Bienen keine Nahrungsgrundlage für den Winter, da sie ihn nicht aufnehmen können. Daher muss er der Beute entnommen werden. Die Bienen müssen dafür Ersatz in Form von Futtersaft erhalten.

Frühjahrsarbeiten

Etwa ab Februar/März, wenn die ersten Sonnenstrahlen wieder Licht und Wärme bringen, starten auch die Bienen ab 10 Grad ihren Reinigungsflug, um ihre Kotblase zu entleeren. Hier lohnt sich die Beobachtung, um einen ersten Eindruck des Volkes zu bekommen und zu schauen, wie sich die Bienen im Winter entwickelt haben. Sobald die Temperaturen konstant über 12 Grad liegen, besuchen die ersten Flugbienen Haselsträucher oder ein paar Krokusse, um Pollen für die junge Brut nach Hause zu bringen. Doch erst wenn die Weiden- und die Obstblüte einsetzen( mit ihr der Nektarreichtum), beginnt das Volk zu explodieren. 
Ab Anfang April beginnt auch für den/die Imker:in wieder die intensivere Zeit der Kontrolle und Völkerpflege. Gestartet wird hierbei mit der Frühjahrsdurchsicht, bei der das erste Mal die Beute geöffnet wird.

Aktivitäten im Mai

Im Mai geht es für die Imkerinnen und Imker in die besonders arbeitsreiche Phase des Jahres. Durch das große Nahrungsangebot sind die Bienen besonders aktiv und vermehren sich rasant. Das ist die perfekte Zeit, um die Honigwaben zu kontrollieren, den Zustand des Stocks zu überprüfen und bei Bedarf den Honigraum zu erweitern. Auch das Ansetzen neuer Ableger ist im Mai üblich, um die Bienenvölker zu teilen. Je nach Wetterlage und Völkerstärke kann auch bereits im Mai die erste Honigernte erfolgen.

  • Frühtracht 

Wird der Honig aus der ersten Jahreshälfte genannt, welcher ab Mai geerntet werden kann, abhängig von regionalen Klima-und Vegetationsbedingungen. Das Frühjahr ist eine Zeit der reichlichen Nahrungsversorgung für die Bienen. 

Schwarmbildung

Irgendwann, meist im Mai, spüren die Bienen, dass sie stark und gesund genug sind, um sich zu vermehren und sie wollen schwärmen. Dafür können sie sich eine neue Königin heranziehen. Die alte verlässt mit einem großen Teil der Arbeiterinnen die Beute. Mehr als 10.000 Bienen strömen dann aus dem Bienenstock und suchen sich ein neues Zuhause. Dies ist ein ganz besonderes Schauspiel. Hier kommen dann Imker und Imkerinnen ins Spiel, die den Schwarm aus Bäumen, Büschen oder von Gebäuden fangen und in eine neue Beute einlaufen lassen. Im zurück-gebliebenen "alten" Volk schlüpft parallel die junge Königin, geht eine Woche später auf Begattungsflug und fängt an zu stiften (Eier zu legen). So werden aus einem Volk zwei Völker und die Bienen haben sich fortgepflanzt.

Schwarmbildung eindämmen

Der Mai ist eine besonders aktive und wichtige Zeit für Imker, da die Bienenstöcke in voller Blüte stehen und die Bienenvölker intensiv arbeiten. In diesem Monat erreichen die Bienenvölker oft ihren Höhepunkt an Stärke und Größe, was sowohl Herausforderungen als auch Chancen für Imker mit sich bringt. Eine der Hauptherausforderungen im Mai ist das Schwärmen der Bienen. Um das Verlassen eines Teils des Volkes mit der alten Königin zu verhindern, müssen Imker regelmäßig ihre Stöcke inspizieren. Dazu gehört die Kontrolle auf Schwarmzellen, in denen neue Königinnen heranwachsen. Durch Maßnahmen wie das Erweitern der Beute und gezielte Brutentnahme kann das Schwarmverhalten reduziert werden.

  • Schwarmfang

Bezeichnet die Praxis, Bienenschwärme einzufangen, die einen Bienenstock verlassen haben, um eine neue Kolonie zu gründen. Imker führen den Schwarmfang durch, um diese wertvollen Bienen zu sichern und in neue Beuten (Bienenkästen) umzusetzen, wodurch die Bestände kontrolliert und vermehrt werden können. Der Imker nutzt hierfür spezielle Werkzeuge wie Schwarmfangkästen oder Eimer, um die Bienen behutsam einzusammeln.

Um die Bienen zu beruhigen und zu lenken, wird häufig ein Raucher eingesetzt. Das Ziel ist, die Bienen mitsamt der Königin in den neuen Stock zu überführen, wo sie sich heimisch machen und neu ansiedeln können. Der Erfolg des Schwarmfangs trägt zur Bienengesundheit und Bestäubung von Pflanzen bei.  

Aktivitäten im Juni

Im Juni ist die Imkerei in vollem Gange. Die Bienen sammeln fleißig Nektar, um Honig zu produzieren, und die Honigwaben füllen sich allmählich wieder. Es ist eine wichtige Phase, um den Honigraum regelmäßig zu kontrollieren und den Honig zu ernten, wenn die Waben voll sind. Zudem ist Juni eine gute Zeit, um die Bienen vor Parasiten wie der Varroamilbe zu schützen und die Gesundheit der Völker zu überwachen. Die Pflege der Bienenstöcke ist essenziell, um eine starke und gesunde Bienengesellschaft zu gewährleisten.

Sommerbehandlung gegen die Varroamilbe

Nach der Sommerhonig-Ernte (ungefähr zwischen Mitte und Ende Juli) ist eine erste Behandlung gegen die Varroamilbe notwendig. Hierbei verdampft Ameisensäure ad us. vet. 60% über einen Verdunster oder mittels eines Schwammtuches im Bienenstock. Die mit den Gasen aus der Ameisensäure angereicherte Luft dringt in die Brutzellen der Bienen ein und tötet nicht nur die adulten Milben, die sich auf den Bienen festsetzen, sondern auch die Varroa-Brut. Sollte der Befall sehr stark sein, kann eine Folgebehandlung nötig sein.

Die entscheidende Phase der Einwinterung

Haupt-Auffütterung: Jetzt beginnt die systematische Fütterung der Völker, um die entnommenen Honigvorräte zu ersetzen. Dies geschieht schrittweise mit Futtersirup oder Futterteig. Zudem erfolgt die Raumanpassung (Einengen): Nicht mehr benötigte, leere Waben werden aus dem Brutraum entfernt. Ein engerer Raum hilft dem Volk, die Wärme besser zu halten und sich effektiver gegen Eindringlinge zu verteidigen. Ergänzend erfolgt die Kontrolle auf Weiselrichtigkeit. Ist ein Brutnest vorhanden? Nur ein Volk mit einer legenden Königin kann überleben. Völker ohne Königin (weisellos) müssen aufgelöst oder mit einer anderen Königin vereinigt werden.


Die letzten Vorbereitungen

Spätestens Ende September/Anfang Oktober sollte die Fütterung abgeschlossen sein, damit die Bienen das Futter noch verarbeiten und verdeckeln können. Eine letzte Gewichtskontrolle durch Anheben der Beute gibt Sicherheit.

Sobald es kühler wird, suchen Mäuse nach warmen Winterquartieren. Ein Fluglochkeil mit engem Gitter (Mäusegitter) ist unerlässlich, um das Eindringen zu verhindern. Die Beuten sollten windgeschützt und stabil stehen. Ein Stein auf dem Deckel schützt vor Herbststürmen.


Die Winterruhe und die finale Behandlung

Restentmilbung (entscheidend!): Sobald das Volk brutfrei ist (meist 3 Wochen nach dem ersten Frost), erfolgt die finale Varroabehandlung mit Oxalsäure (Träufel- oder Sprühverfahren). Da sich keine Milben mehr in der verdeckelten Brut verstecken können, erreicht diese Behandlung fast alle verbliebenen Parasiten und sichert dem Volk einen milbenarmen Start ins Frühjahr.

Nach der Oxalsäurebehandlung wird das Bienenvolk nicht mehr gestört. Die Wintertraube hat sich gebildet und die Bienen zehren von ihren Vorräten. Gelegentliche Kontrollen von außen (z.B. auf umgestürzte Beuten nach einem Sturm) sind ausreichend.